Wenn wir an Hochzeiten denken, haben viele wahrscheinlich zuerst den Sommer im Kopf. Eine freie Trauung draußen, lange helle Abende, Blumen, Sonne und vielleicht ein Glas Sekt unter freiem Himmel.
Aber muss eine Hochzeit eigentlich immer im Sommer stattfinden?
Ich finde: überhaupt nicht.
Gerade hier bei uns im Cuxland, im Geestland und an der Wurster Nordseeküste hat auch der Winter seinen ganz eigenen Charme. Vielleicht nicht mit meterhohem Schnee und glitzernden Berglandschaften – das wäre bei uns vermutlich etwas viel verlangt. Dafür aber mit Weite, klarer Luft, manchmal rauem Wind und diesem besonderen Licht, das unsere Gegend gerade in den Wintermonaten so schön macht.
Und vor allem mit ganz viel Gemütlichkeit.
Wenn es draußen ungemütlich wird, darf es drinnen umso schöner sein
Eine Winterhochzeit muss gar nicht versuchen, eine Sommerhochzeit zu ersetzen.
Sie darf ganz anders sein.
Stellt euch eine alte Scheune, einen Hof oder einen gemütlichen Saal vor. Draußen wird es langsam dunkel, drinnen brennen Kerzen und Lichterketten. Vielleicht gibt es nach der Trauung keinen klassischen Sektempfang auf der Terrasse, sondern heißen Apfelpunsch, Kakao oder Glühwein.
Decken liegen bereit, irgendwo knistert vielleicht ein Feuer und niemand wartet darauf, dass es endlich warm genug wird, um nach draußen zu gehen.
Genau das kann eine Winterhochzeit so besonders machen: Man rückt automatisch ein bisschen näher zusammen.
Auch draußen kann der Winter wunderschön sein
Natürlich muss eine Winterhochzeit nicht ausschließlich drinnen stattfinden.
Gerade unsere Landschaft bietet auch in der kalten Jahreszeit wunderschöne Möglichkeiten für Fotos oder einen kurzen Moment draußen.
Der Deich, die Küste, die Heide, alte Bäume oder einfach ein weiter Blick über die Felder – vieles wirkt im Winter noch einmal ganz anders. Ruhiger. Klarer. Manchmal fast ein bisschen rau.
Und ja: Der Wind kann ordentlich wehen. Die Haare sitzen vielleicht nicht mehr ganz so, wie sie morgens geplant waren. Und aus blauem Himmel kann hier oben bekanntlich auch ziemlich schnell etwas anderes werden.
Aber vielleicht gehört genau das dazu.
Denn wer hier an der Küste heiratet, darf die Küste auch ein bisschen Küste sein lassen.
Weniger Termindruck, mehr Möglichkeiten
Ein ganz praktischer Vorteil einer Hochzeit außerhalb der klassischen Saison ist die Terminwahl.
Viele beliebte Locations, Fotografen, DJs und natürlich auch freie Rednerinnen und Redner sind zwischen Mai und September lange im Voraus ausgebucht. Im Winter sieht das häufig etwas entspannter aus.
Das bedeutet nicht, dass ihr eure Winterhochzeit kurzfristig planen solltet. Aber die Chancen stehen oft besser, dass eure Wunschdienstleister an eurem Wunschtermin noch verfügbar sind.
Auch bei Locations kann es außerhalb der Hauptsaison mehr Auswahl geben.
Und wer schon einmal versucht hat, gleichzeitig die Wunschlocation, den Lieblingsfotografen und alle anderen Dienstleister auf einen Samstag im Juni zu bekommen, weiß: Das kann durchaus ein Argument sein.
Und was ist mit einer freien Trauung?
Auch eine freie Trauung funktioniert wunderbar im Winter.
Sie muss nicht zwingend draußen stattfinden.
Eine freie Trauung lebt schließlich nicht davon, ob über euch ein Traubogen unter blauem Himmel steht. Sie lebt von euch, eurer Geschichte und den Menschen, die diesen Moment mit euch teilen.
Vielleicht findet eure Trauung in einer alten Scheune statt. Vor einem großen Fenster mit Blick nach draußen. In einem Wintergarten. In einem kleinen, gemütlichen Raum voller Kerzen. Oder tatsächlich draußen – mit warmen Mänteln, Decken für die Gäste und anschließendem Punsch zum Aufwärmen.
Es gibt nicht die eine Art, wie eine freie Trauung aussehen muss.
Und genau das mag ich daran so sehr.
Winterhochzeiten dürfen anders sein
Vielleicht braucht es im Winter keine riesige Blumendekoration. Tannengrün, Eukalyptus, Zweige, Kerzen und warmes Licht können schon unglaublich viel ausmachen.
Vielleicht gibt es statt einer klassischen Hochzeitstorte am Nachmittag eine kleine Winter-Kaffeetafel.
Vielleicht werden die Gummistiefel für die Fotos einfach mit eingepackt.
Und vielleicht regnet es.
Ganz ehrlich: Das kann euch im August an der Nordsee genauso passieren.
Der Unterschied ist nur, dass man im Winter meistens von Anfang an damit rechnet und entsprechend plant.
Eine Hochzeit muss nicht zur Jahreszeit passen. Sie muss zu euch passen.
Am Ende ist wahrscheinlich genau das der wichtigste Punkt.
Wenn ihr von einer großen Gartenhochzeit mit einer langen Tafel unter freiem Himmel träumt, dann ist der Januar vermutlich nicht eure erste Wahl.
Wenn ihr aber Kerzenlicht mögt, Gemütlichkeit, gutes Essen, lange Abende und dieses besondere Gefühl, wenn draußen Wind und Wetter herrschen und drinnen alle zusammenkommen – dann lohnt es sich vielleicht, den Winter bei der Hochzeitsplanung nicht gleich auszuschließen.
Denn auch November, Dezember, Januar oder Februar können wunderschöne Hochzeitsmonate sein.
Nicht trotz unserer norddeutschen Jahreszeit.
Sondern manchmal gerade deswegen.
Und wer weiß – vielleicht gibt es am Ende sogar ein bisschen Schnee.
Nur versprechen würde ich ihn hier bei uns lieber nicht.